März 2020

Am 22. März 2020 sind wir über Umwege in Brüssel gelandet und mit dem Zug nach Köln gefahren. Wir haben einige Flüge verpasst, da wir mit dem Bus nicht pünktlich in Daressalam angekommen sind. Immer noch total durcheinander von der schnellen Abreise haben wir dennoch unsere Familie am Bahnhof in die Arme geschlossen. Jetzt heißt es ankommen in dieser wirklichen absurden Situation.

19. März 2020

Auf dem Weg nach Hause fahre ich noch bei meiner Herzensfamilie vorbei. Bei Dr. Freddy und seiner Familie war ich stets willkommen. Schweren Herzens muss ich mich heute verabschieden. Den Kindern haben wir nicht gesagt, dass ich nach Hause fahren muss. Ich kann es immer noch nicht fassen.

Für uns ein trauriger Anruf aus Würzburg. Auf Grund der beginnenden Corona Pandemie werden wir zurückgeholt. Aus dem Nichts müssen wir packen, wissen nicht, wann und wie wir nach Deutschland kommen. Wir haben auch keine Chance, hier zu bleiben. Wir können das gar nicht fassen. Es bleibt kaum Zeit für Abschied, viele Tränen und keine Ahnung, wie wir jetzt damit umgehen sollen....

 

Eine kleine Auszeit vom stressigen Alltag. Im Moment ist echt viel zu tun. Tabitha ist gerade mit der mobilen Kliniken Tour und wir haben eine neue Freiwillige bekommen. Nun sind wir auf die Idee gekommen, das Wochenende im Bio Camp in Mbamba Bay zu verbringen. Freitag ist also Abreise. Ganze 4 Stunden fahren wir, aber die Reise hat sich gelohnt. Der Temperaturunterschied ist schon enorm, hier sind es warme 26 Grad. Also entspannen wir bei einer Tasse Kaffee auf der Terrasse mit Blick auf den See. Nachmittags fahren wir mit dem Pikipiki in die Stadt und mein Fahrer wundert sich schon, dass ich seine Sprache so gut sprechen und verstehen kann.

Ich liebe es, hier zu leben.

Abends gab es ein großes Lagerfeuer und wir haben uns die Sternbilder angeschaut. Sonntag Abend geht es zurück nach Litembo. Was für ein tolles Wochenende.

Das große Derby, auf das sich jeder gefreut hat :-)

Samba gegen Yanga 

Wie hätte es auch anders sein können: Tabitha ist ein Yanga und ich ein Simba :-) Das ganze Dorf hat sich im Mtini versammelt und jeder, der ein Shirt hat, zieht dieses auch an. Der Pub ist aufgeteilt, rechts stehen die roten, links die gelben. 

Wie so ein Derby dann halt ist ... mal verliert man, mal gewinnen die anderen :-( 

Heute hat leider Yanga gewonnen und die Simba´s sind nach dem Spiel so schnell geflüchtet wie es ging... Die Sprüche kann man sich ja nicht anhören....

 

Hier schauen wir gerade die Vodaliga. Das ist die "Bundesliga" in Tansania. Ich bin ein Fan vom Samba SC. Neben den Young Africans FC ist der Club aus Dar es Salaam der erfolgreichste des Landes. Der Begriff Samba ist Swahili und bedeutet Löwe. Sie spielen im Benjamin-Mkapa-Nationalstadion, Uhura, mit einer Kapazität von 60.000 Zuschauern.

Tatsächlich sind schon 6 Monate vergangen. Wie schnell die Zeit vergeht. In Deutschland ist das Auswahlverfahren für das neue Jahr und für die beiden Stellen hier in Litembo schon gelaufen. Das heißt, wir werden jetzt bald unsere Nachfolger kennenlernen und sie schon ein bisschen vorbereiten für ihren Aufenthalt dann. Im Moment kann ich mir noch nicht vorstellen, wieder nach Deutschland zu fliegen, ich fühle mich hier einfach wohl.